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SIC Newsletters bis auf Weiteres eingestellt

17. Juni 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

IranSIC (Student Information Center) hat heute offiziell bekanntgegeben, dass die Newsletters ab sofort nicht mehr erscheinen können.

Ich bedanke mich an dieser Stelle allen Mitgliedern des Team von IranSIC, die ein Jahr lang Unglaubliches geleistet haben, und bei allen Lesern, die im Verlauf des letzten Jahres hier die Nachrichten verfolgt haben.

Julias Blog liefert täglich aktuelle Berichte und Hintergrundinformationen zu den Ereignissen im Iran in deutscher Übersetzung englischsprachiger Quellen. Ich lade alle meine Leser herzlich ein, sich dort zu informieren.

Seaofgreen Germany

IranSIC “Weekly Digest” 2. Juni 2010

2. Juni 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags

Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 214 – Mittwoch, 2. Juni 2010/12. Khordaad 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Plände für die Zukunft
- Verstärkung des zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- Allah-o Akbar-Rufe in den Nächten
- Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
- Jeden Donnerstag Präsenz in den Straßen

Nachrichten
- Deutsche Welle: Die Organisation International Campaign for Human Rights [ICHRI] hat einen Bericht veröffentlicht, der 15 Persönlichkeiten aus Justiz, Militär und Medien im Iran als Verantwortliche für die brutale Unterdrückung von Protestteilnehmern und Oppositionellen namentlich nennt. Das Dokument berichtet über die Gräuel in der Haftanstalt Kahrizak und berichtet, dass mindestens 48 Menschen bei den Straßenprotesten getötet wurden. Der vollständige Wortlaut des Berichts in Englischer Sprache kann hier eingesehen werden. Ein zusammenfassender Bericht befindet sich hier

- Radio Farda: Khamenei hat sich bereit erklärt, 81 der nach den Unruhen nach der Präsidentschaftswahl verhafteten Gefangenen auf der Grundlage ihrer Reuebekundung zu begnadigen.

- Jaras: Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi haben die Genehmigung für eine Versammlung am Jahrestag der Unruhen nach der Wahl im vergangenen Jahr beantragt. In dem Schreiben, das von vielen Reformern und Aktivisten unterstützt wird, bitten sie um ihr verfassungsmäßiges Recht, am Jahrestag eine Kundgebung veranstalten zu können.

- Jaras: Montag war der iranische Tag der Frau. Er wurde in Anwesenheit vieler Frauenrechtlerinnen und Familienangehörigen von politischen Gefangenen und Todesopfern der jüngsten Ereignisse begangen. Zahra Rahnavard hielt die Hauptrede.

- Radio Farda: Die beiden Reformführer Moussavi und Khatami haben das Vorgehen Israels gegen den Hilfsgüterkonvoi für Gaza verurteilt.

- BBC: Der iranische Außenminister war zu Gast im deutschen [sic, gemeint sein muss wohl "europäischen"] Parlament, um über die Beziehungen der beiden Länder zu beraten. Er und seine Begleiter wurden von wütenden Protesten empfangen, Menschen versuchten, ihn am Betreten des Gebäudes zu hindern. Sie hielten Bilder der im letzten Jahr bei den Protesten getöteten Neda hoch und verurteilten das Vorgehen der iranischen Behörden. Es kam zu Tumulten.
[s. auch http://de.euronews.net/2010/06/01/proteste-gegen-mottaki-besuch-im-eu-parlament/, d. Übers.]

- Radio Farda: Mehrere Studentinnen sind der Teheraner Allameh Tabatabai-Universität verwiesen worden, weil sie sich nicht an die religiösen Kleidervorschriften gehalten hatten. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, aber Universitätsbehörden zufolge liegt sie bei über 20 Personen. Die Betroffenen sollen ihr Haar nicht ordnungsgemäß bedeckt haben. Die Studentinnen werden für 1 bis 2 Semester vom Studium suspendiert.

- Green Path: Die mit reformorientierten Medien in Verbindung stehenden Journalistinnen Mahboobeh Khansari und Azam Vismeh sind letzte Woche verhaftet worden. Die Polizei versuchte, auch mehrere jugendliche Reformaktivisten in ihren Wohnungen zu verhaften. Da die Betroffenen nicht zu Hause waren, blieb der Versuch erfolglos. Es wird spekuliert, dass die Zahl der Verhaftungen von Aktivisten und Journalisten wegen des bevorstehenden Jahrestages der Unruhen ansteigt.

- Radio Farda: Alireza Shokoufandeh (auch bekannt unter dem Namen Dariush Shokouf), ein in Deutschland lebender iranischer Filmemacher, wird seit mehreren Tagen vermisst. Der 55jährige hatte einen Film über iranische Gefängnisse gedreht. Shodkouf ist ein entschiedener Gegner des iranischen Regimes und war aus Protest gegen Ahmadinejad und seine Aktionen mehrfach in den Hungerstreik getreten.

Nachrichten von den Universitäten
- Jaras: Wenige Tage vor dem Jahrestag des Todes des bei den Protesten im letzten Jahr getöteten Studenten Kianoush Asa versammelten sich Hunderte Studenten der Universität für Wissenschaft und Technologie [Elm-o Sanat] am Dienstag auf ihrem Campus. Viele Studenten trugen Schwarz und trugen grüne Symbole. Videos von diesem Protest [eingefügt von der Übersetzerin]:
Dieses Video soll von der heutigen Versammlung stammen. Die Studenten rufen “Ya Hossein, Mir Hossein.”

Ein weiteres Video von derselben Versammlung zeigt Studenten mit Bildern von Kianoosh Asa, die Protestparolen wie “Allah-u Akbar” und “Mein getöteter [martyred] Bruder, ich werde dein Recht zurückbekommen”.

Im folgenden Video filmt ein Mann, bei dem es sich um ein Mitglied der Universitäts-Basijis handeln soll, die Studenten, die an der Versammlung teilgenommen haben.

Auf diesem Video ist Asa zu sehen. Es wurde letztes Jahr nach seinem Tode veröffentlicht.

فيلمی ازشهيد کيانوش آسا در حال نواختن تنبور @ Yahoo! Video

Nachrichten von Verhafteten
- Rahana: Maryam Akbari Monfared, Hausfrau und Mutter dreier kleiner Kinder, ist wegen Teilnahme an den Protesten nach der Wahl zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Viele ihrer Familienangehörigen waren in den 1980er Jahren politische Gefangene, vier wurden hingerichtet. Sie hatte mehrere Monate in Einzelhaft verbracht, befindet sich aber jetzt in der öffentlichen Abteilung.

- Radio Farda: Der im vergangenen Dezember verhaftete Chefberater Mir Hossein Moussavis, Ali Reza Beheshti Shirazi, ist immer noch im Gefängnis. Er ist mittlerweile in Evin.

- Rahana: Arash Noori wurde zu sechs Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt.

- Rahana: Der Doktorand Ali Arshadi ist angeklagt, durch Teilnahme an Protesten gegen die nationale Sicherheit verstoßen zu haben. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

- Kalameh: Der Blogger Mehdi Bootaraby wurde gegen Kaution freigelassen.

- BBC: Der körperliche Zustand von Koohyar Goodarzi und Majid Tavakoli hat sich seit Beginn ihres Hungerstreiks im Gefängnis verschlechtert. Goodarzi musste infolge seines Hungerstreiks medizinisch behandelt werden. Majid Tavakolis Mutter hatte sich dem Hungerstreik ebenfalls angeschlossen. Majid wurde mittlerweile aus der Einzelhaft zurück in die öffentliche Abteilung verlegt.
[Anm. d. Übers.: Ende letzter Woche beendeten sowohl Tavakoli als auch Goodarzi ihren Hungerstreik]

- Rahana: Der studentische Aktivist und Sprecher des Rates zum Schutz des Rechts auf Bildung, Zia Nabavi, ist zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

- Student News: Bahram Cheginy, ein Aktivist, der sich für Mir Hossein Moussavis Wahlkampf engagiert hatte, hat die letzten zwei Wochen in einer Haftanstalt verbracht.

- Rahana: Anushirvan Lotfis Mutter wurde verboten, Gedenkfeiern zum ersten Jahrestag des Todes ihres Sohnes abzuhalten.

- Rahana: Der politische Aktivist Rasool Bodaghi ist im Gefängnis heftig geschlagen worden.
[Anm. d. Übers.: Bodaghi ist Lehrer-Gewerkschafter und im berüchtigten Gefängnis Rajai Shahr inhaftiert, s. http://wp.me/pHnb6-1YX]

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Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
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Deutsche Übersetzung: Julia

****

Zusätze:

1. Ergänzende Artikel in deutscher Übersetzung englischsprachiger Blogs, Artikel und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog – Ich suche noch Übersetzer Persisch-Deutsch und Englisch-Deutsch!

2. Projekt “German Media for Iranians in Iran”
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IranSIC “Weekly Digest” 10. Mai 2010

10. Mai 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags

Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 205 – Montag, 10. Mai 2010/20. Ordibehesht 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Die Mitarbeiter des Student Information Center möchten allen Iranern und Kurden für die Hinrichtung der fünf kurdischen Gefangenen Anfang dieser Woche ihr Beileid aussprechen.

Plände für die Zukunft
- Verstärkung des zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- Allah-o Akbar-Rufe in den Nächten
- Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
- Jeden Donnerstag Präsenz in den Straßen

Nachrichten
- BBC: Die Teheraner Staatsanwaltschaft hat am Sonntag Morgen die Hinrichtung von fünf politischen Aktivisten bekannt gegeben. Dem offiziellen Bericht zufolge wurden die Aktivisten wegen ihrer terroristischen Aktivitäten hingerichtet, u. a. wegen des Legens von Bomben in Regierungszentren. Die Namen der im Evin-Gefängnis Hingerichteten lauten: Farzad Kamangar, Ali Heidarian, Farhad Vakili, Mahdi Eslamyan und Shirin Elmhooli.
Wie berichtet wird, wurden die Familien dieser politischen Gefangenen nicht darüber informiert, dass die Hinrichtung stattfinden sollte. Es wird weithin angenommen, dass die Hinrichtungen zeitlich so gelegt wurden, dass sie mit dem bevorstehenden Jahrestag der Proteste nach der Wahl zusammenfallen.

- BBC: Der Anwalt der hingerichteten politischen Gefangenen Kamangar und Eslamian sagte BBC gegenüber, die Staatsanwaltschaft habe während der gerichtlichen Anhörung extrem viel Zeit für allgemeine Fragen an die Angeklagten aufgewendet, wie z. B. die Frage nach dem Namen etc. Als der Anwalt der Angeklagten darum bat, das Wort ergreifen zu dürfen, wies ihn der vorsitzende Richter an, alles aufzuschreiben, was er zu sagen habe, da es für ihn (den Richter) Zeit sei, sein “tägliches Gebet” zu verrichten. Auf diese Weise wurde dem Anwalt zufolge verhindert, dass er genügend Zeit hatte, um zu dem Fall Stellung zu nehmen und seine Klienten zu verteidigen.

- Radio Zamaneh: Die Hinrichtung von vier Männern und einer Frau hat bei vielen Menschenrechtsorganisationen außerhalb Irans große Besorgnis ausgelöst. Die Hinrichtungen wurden aufs Schärfste verurteilt. Die Organisation International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) gab ein Statement heraus, in dem das iranische Regime verurteilt wird. Die plötzliche und unangekündigte Hinrichtung dieser fünf Menschen zeige, dass die Regierung ihre Gegner und die Bevölkerung terrorisieren wolle, heißt es in dem Statement.
[s. dazu auch "Fünf heimlich hingerichtet - 27 andere warten auf den Galgen]

- Radio France: Nach Bekanntwerden der Hinrichtungen gingen Hunderte Iraner aus Paris auf die Straße, um gegen die Hinrichtungen zu protestieren. Sie versammelten sich vor der iranischen Botschaft, wo sie Fensterscheiben einschlugen, bis die französische Polizei intervenierte.

- Deutsche Welle: Die Familien der Hingerichteten haben die Leichen noch nicht erhalten. Vielen von ihnen wurde mitgeteilt, sie sollten am Dienstag wiederkommen. Da einige der Hingerichteten Kurden waren, möchten ihre Familien sie in der Provinz Kurdistan beisetzen.

- BBC: Berichten zufolge haben am Morgen des Montag, 10. Mai Studenten der Shahid-Beheshti-Universität im Norden Teherans gegen die Anwesenheit Ahmadinejads auf ihrem Campus protestiert. Videos zeigen Szenen, in denen Sicherheitskräfte die Studenten auseinandertreiben. Bereits letzte Woche war es bei einem Besuch Ahmadinejads auf einem anderen Campus in Teheran zu Protesten gekommen.
[Bericht und Videos: Ahmadinejad kann's nicht lassen....]
Ein weiteres Video, das von den Protesten an der Shahid Beheshti-Universität stammen soll:

Ähnliche Berichte sprechen von geplanten Sit-in-Protesten der Familien der Hingerichteten vor der Teheran-Universität. Die Sicherheitskräfte hatten das Gebiet jedoch abgeriegelt und das Sit-in dadurch verhindert. Ähnliche Proteste gab es in vielen Städten in ganz Iran; die Proteste wurden mit hohem Sicherheitsaufgebot beantwortet, die Atmosphäre in den betroffenen Städten war angespannt und von starker Polizeipräsenz geprägt.

In der irakischen Stadt Soleimaniyeh wurde ebenfalls ein Sit-in organisiert, das bis morgen Abend andauern wird.

- Kalameh: Mir Hossein Moussavi hat nach den jüngsten Hinrichtungen ein Statement veröffentlicht, in dem er die unfairen Gerichtsprozesse, die zu den Hinrichtungen führten, aufs Schärfste verurteilt. Er nutzte die Gelegenheit, um hervorzuheben, dass diejenigen, die im vergangenen Juni die Universitätswohnheime überfallen haben und die Verantwortlichen für die Gräuel im Kahrizak-Gefängnis noch immer auf freiem Fuß sind und nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine Übersetzung des Statements befindet sich hier

- Radio Farda: Zum zweiten Mal in kurzer Zeit haben sich Hunderte Menschen vor der iranischen Botschaft in Kabul versammelt und gegen die Behandlung afghanischer Flüchtlinge und Immigranten im Iran protestiert. Sie forderten das iranische Regime auf, die Hinrichtung von afghanischen Flüchtlingen einzustellen. Viele der Demonstranten waren Frauen.

- Jaras: Ein internes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Regierung Ahmadinejad die korrupteste Regierung ist, die es in der jüngeren Geschichte Irans gegeben hat. Auf der Korruptionsbewertungsskala erreicht Iran 27%.

Nachrichten von den Verhafteten
- BBC: Vor Kurzem wurden die Urteile gegen mehrere verhaftete Aktivisten bekanntgegeben. Unter den Betroffenen sind Abdollah Momeni, Feizollah Arabsorkhi, Haleh Sahabi und Mehdi Kalari.

Abdollah Momeni wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, Arabsorkhi (von der Organisation der Mojahedin der Islamischen Revolution) wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frauenrechtsaktivistin Haleh Sahabi wurde zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe (als Ersatz für die Auspeitschung) verurteilt. Mehdi Kalari, Student an der Sharif-Universität, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

- Radio Farda: Mehdi Karroubi hat der Familie des inhaftierten Journalisten Mohammad Davari einen Besuch abgestattet. Davari war vor mittlerweile 8 Monaten verhaftet worden, weil er im Rahmen seiner journalistischen Arbeit über die sexuellen Übergriffe in den Haftanstalten berichtet hatte. Er hatte Videoaufnahmen und Dokumente zu den Missbrauchsvorwürfen zusammengetragen.

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IranSIC “Weekly Digest” 3. Mai 2010

3. Mai 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags

Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 203 – Montag, 3. Mai 2010/13. Ordibehesht 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Pläne für die Zukunft
- Verstärkung des gewaltlosen zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- “Allah-o Akbar” in den Nächten
- Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
- Jeden Donnerstag: Präsenz auf den Straßen
- Teilnahme an den Demonstrationen zum Tag der Arbeit

Nachrichten
- BBC: Die beiden Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi haben alle reformorientierten Gruppen aufgefordert, Demonstrationsgenehmigungen für den 22. Juni zu beantragen, um den ersten Jahrestag der Proteste nach der Wahl zu begehen. Sie unterstrichen bei ihrem Treffen das verfassungsmäßige Demonstrationsrecht für die Bevölkerung.

- BBC: Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi haben anlässlich des Tages der Arbeit Statements veröffentlicht und alle Arbeiter und Lehrer aufgerufen, sich dem Kampf um Freiheit anzuschließen.

- Jaras: Anlässlich des Tages der Arbeit und des nationalen iranischen Tages der Lehrer hat eine Gruppe politischer Gefangener sich mit den iranischen Arbeitern und Lehrern solidarisch erklärt und einen Hungerstreik begonnen. Sie kritisierten die derzeitige Politik des Regimes, durch die viele Menschen ohne Rechte, ohne Arbeitsplatz und ohne Rentenversicherung dastünden.

- Kalameh: Wie berichtet wird, besuchte Ahmadinejad am vergangenen Samstag die Teheran-Universität, um eine unangekündigte Rede zu halten. Obwohl die Studenten darüber nicht informiert worden waren, versammelten sie sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Anwesenheit Ahmadinejads vor dem Gebäude, in dem er seine Rede halten wollte, und protestierten gegen seinen Besuch.

- Radio Farda: Der Druck seitens der Sicherheits- und Justizbehörden auf iranische Menschenrechtsaktivisten und Lehrer steigt weiterhin. Zwei Mitglieder der Vereinigung der Lehrer und Gewerkschaften wurden letzte Woche in das Geheimdienstministerium einbestellt und dann verhaftet.

- BBC: ENI, eine große italienische Ölgesellschaft, hat angekündigt, ihre Arbeit in Iran wegen des US-Embargos einstellen zu wollen. Offiziellen Mitteilungen von ENI zufolge betrug Italiens Anteil an der iranischen Ölproduktion im Jahre 2009 35.000 Barrel pro Tag.

- Radio Farda: Dem neuesten Situationsbericht des Hauses der Weltpressefreiheit liegt Iran auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Rang 187 und wird nur von Usbekistan, Turkmenistan und Nordkorea gefolgt. Iran liegt derzeit weit hinter Burma. Im Jahre 2008 lag Iran vor China und Ruanda auf Rang 181.

- Radio Farda: Zahra Rahnavard, die Ehefrau von Mir Hossein Moussavi, hat die Behörden der Islamischen Republik aufgefordert, alle Gefangenen freizulassen und freie und demokratische Wahlen abzuhalten.

- BBC: Eine Sonderkommission hat die Auflösung der beiden Reformparteien “Partizipationsfront” und “Organisation der Mojahedin der Revolution” beantragt. Die Führungen dieser beiden Parteien erklärten daraufhin, sie würden ihre gesetzmäßige politische Arbeit fortsetzen.

- Radio Farda: Fast ein Jahr nach den Unruhen nach der Präsidentschaftswahl hat Jamshid Ansari von der Fraktion der Linie des Imam erklärt, es habe anfänglichen Behauptungen zum Trotz keine Untersuchungskommission für die brutalen Übergriffe auf die Wohnheime der Teheran-Universität gegeben. Berichten zufolge waren fünf Studenten ums Leben gekommen, als Basijis im vergangenen Sommer die Wohnheime überfielen.

- Jaras: Die Organisation International Campaign for Human Rights in Iran [ICHRI] hat am Dienstag ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich besorgt angesichts der Todesstrafen gegen nach den Wahlen verhaftete Demonstranten äußert. ICHRI fordert eine Einstellung dieser politischen Hinrichtungen. Der Organisation zufolge wurden bisher 11 Demonstranten zum Tode verurteilt.

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IranSIC “Weekly Digest” 28. April 2010

28. April 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags

Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 201 – Mittwoch, 28. April 2010/8. Ordibehesht 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Pläne für die Zukunft
- Verstärkung des gewaltlosen zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- “Allah-o Akbar” in den Nächten
- Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
- Jeden Donnerstag: Präsenz auf den Straßen

Nachrichten
- BBC: Der stellvertretende Befehlshaber der Teheraner Polizei teilt mit, dass die Polizei sich auf wichtige Nichtregierungsorganisationen “konzentrieren” werde. Ein Sprecher der Teheraner Polizei sagte: “Unsere Sorge ist, dass die polizeiliche Überwachung einiger öffentlicher Organisationen nicht ausreicht und dass Verwaltungsorgane nicht in organisierter Weise geleitet werden und beaufsichtigt werden müssen.”

- Voice of Freedom: Der diesjährige “Freedom of the Press Award” ging an iranische Journalisten, die zur Zeit von ihrer Regierung unter Druck gesetzt werden. Der kürzlich aus einem iranische Gefängnis freigelassene Newsweek-Reporter Maziar Bahari nahm den Preis im Namen seiner Kollegen entgegen.

- Sahaam News: Mehdi Karroubi setzt seine Besuche von Familien inhaftierter Aktivisten fort. Er will sich eigenen Angaben zufolge für die Gefangene einsetzen und bei der Regierung auf ihre Freilassung dringen.

- Radio Farda: Die schiitische Autorität aus Qom Ayatollah Sanei setzt seine Kritik am iranischen Regime fort. In einem Statement sagte er kürzlich, die Probleme des Landes würden nicht durch die Inhaftierung und Schikanierung von Regimekritikern gelöst werden. Sanei ist einer der wenigen Geistlichen, die auf das Vorgehen der Regierung nach der Präsidentschaftswahl mit heftiger Kritik reagierten. Unter anderem sagte er: “Leider wird der Islam von einigen für ihre persönlichen Zwecke benutzt. Anstatt dem Islam zu dienen, benutzen diese Menschen den Islam, um sich selbst zu dienen.”

- Radio Farda: Shirin Ebadi hat in einem Brief an den UN-Generalsekretär gefordert, die Kandidatur Irans für einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat abzulehnen. Ebadi hob die Menschenrechtsverletzungen des iranischen Regimes insbesondere gegen Minderheiten, Frauen und Kinder hervor.

- International Campaign for Human Rights in Iran [ICHRI]: ICHRI-Sprecher Aaron Rhodes gab bekannt, dass fünf weitere Personen wegen ihrer politischen Aktivität zum Tode verurteilt wurden. Es handelt sich um zwei Eheleute, ihren Sohn und zwei weitere Familienmitglieder. Ihnen wird zur Last gelegt, Fotos und Videos an die weithin als Terrororganisation bekannte Organisation Mojahedin-e Khalgh [MKO] übermittelt zu haben. Rhodes zufolge ist die gegen die Angeklagten verwendete Beweislage unvollständig und unfair. Die Namen der Verurteilten sind Motahareh Bahrami, Mohsen Daneshpour Moghaddam (Eheleute), Ahmad Daneshpour (ihr Sohn), Hadi Ghaemi und Reyhaneh Haj Ebrahimi.

- Jaras: Das Komitee zum Schutz von Journalisten hat die Drohanrufe gegen Newsweek-Reporter Maziar Bahari verurteilt. In einem am 19. April veröffentlichten Statement fordern sie die iranische Regierung auf, diese Einschüchterungsversuche einzustellen.

Nachrichten von Verhafteten
- Jaras: Kiarash Kamrani, Omid Yavari, Arash Ghasemi, Abolfazl Ghassemi und Azra-Sadat Ghazi Mirseyed, fünf während der Wahlproteste verhaftete Gefangene, sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein kurdischer Bürger aus Sanandaj namens Habibolah Golparipoor wurde zum Tode verurteilt.

- Radio Zamaneh: Mehrere Mitglieder des Lehrergewerkschaftsrats haben einen Hungerstreik begonnen, um gegen die illegale Inhaftierung und Hinrichtung von Kollegen zu protestieren. Sie rufen dazu auf, sich aus Solidarität am bevorstehenden Tag der Lehrer ihrer Aktion anzuschließen.

- Radio Zamaneh: Das “Human Rights Commitee” berichtet, dass die während der Unruhen verhaftete Monireh Rabii zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ihr wird vorgeworfen, “Krieg” gegen das Regime angezettelt zu haben. Es wird vermutet, dass sie verhaftet wurde, weil einige ihrer Familienangehörigen der Organisation Mojahedin-e Khalgh [MKO] angehören.

- Freedom Call: Mohammad Hossein Agassi, der Anwalt von Amir Reza Arefi, berichtet, dass die Todesstrafe für seinen Klienten möglicherweise in ein milderes Urteil umgewandelt werden könnte.

- Jaras: Viele Familien von politischen Gefangenen, die im Evin-Gefängnis ein politisches Fasten begonnen haben, haben ihrerseit in Solidarität mit ihren inhaftierten Angehörigen vor dem Evin-Gefängnis zu fasten begonnen.

- Radio Farda: Zehn iranische Dichter und Schriftsteller haben in einem Brief die Freilassung des inhaftierten Journalisten Massoud Bastani gefordert.

- BBC: Eine Gruppe iranischer politischer Gefangener im Evin-Gefängnis haben sich in einem Brief an die geistlichen Führer gewandt. Sie beschweren sich darin über das Vorgehen der Justizmitarbeiter und die fehlende Gerechtigkeit. Sie beschreiben die Misshandlungen und Übergriffe und protestieren gegen die öffentlichen Scheinprozesse und die darin verwendeten erzwungenen Geständnisse.

- Kalameh: Der Dokumentarfilmer Mohammad Nourizad, der vor 120 Tagen wegen seiner Briefe verhaftet worden war, in denen er das Regime und das Justizsystem kritisiert hatte, hat aus dem Gefängnis in einem neuen Brief seine Kritik geäußert.

- Kalameh: Mohammad Mostafaei, der Anwalt mehrerer verhafteter Aktivisten, hat letzte Woche in einem Brief an den Justizchef eine Reihe von Fälllen von Verletzungen der Rechte von Gefangenen und gesetzlosen Verhaltens kritisiert.

- Kalameh: Der studentische Aktivist der Polytechnischen Universität [Amir Kabir] Majid Tavakoli, dessen Verhaftung die Kopftuch-Kampagne ausgelöst hatte, ist nach 125 Tagen Einzelhaft in eine andere Abteilung von Evin verlegt worden. Obwohl sein Urteil bereits ergangen war (8 Jahre Gefängnis, 5 Jahre politisches Betätigungsverbot, 5 Jahre Reiseverbot), war er weiterhin in Einzelhaft gehalten worden, seine Rechte als Gefangener wurden ihm nicht gewährt.

- Jaras: Der im vergangenen Juni verhaftete Journalist und Jurastudent an der Teheran-Universität Peyman Aref ist vorübergehend bis zu einer Entscheidung in seinem Fall freigelassen worden. Dorsa Sobhani, die vor einigen Monaten verhaftet worden war, wurde ebenfalls freigelassen.

- Rahana: Mitra Aali, die letzten Monat vom Bildungsministerium verhaftete Graduiertenstundentin der Biomedizintechnik an der Sharif-Universität, ist gegen Kaution unter Auflagen freigelassen worden.

- Radio Farda: Die Organisation Committee for Human Rights berichtet über jeweils dreijährige Gefängnisstrafen für Hussein Baastaaninejad, Mehrdad Varshouiy und Faramarz Abdolahnejad. Der studentische Aktivist der Teheran-Universität Fouad Shams wurde zu 6 Monaten Haft verurteilt. Keyvan Samimi, Journalist und Menschenrechtsaktivist, wurde wegen “Störung der öffentlichen Meinung und Handlungen gegen die nationale Sicherheit” zu 6 Jahren Haft verurteilt.

- Kalameh: Es wird bestätigt, dass Kobra Zaghehdoost vor neun Monaten bei einer Mahnwache für die Opfer der Proteste nach der Wahl verhaftet wurde.

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IranSIC “Weekly Digest” 19. April 2010

19. April 2010

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Newsletter Nr. 198 – Montag, 19. April 2010/30. Farvardin 1389

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- Verstärkung des gewaltlosen zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- “Allah-o Akbar” in den Nächten
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Nachrichten
- Kalameh: Mir Hossein Moussavi hat gestern zu einer Gruppe Studenten gesprochen. Er erklärte, in der momentanen Situation der eingeschränkten Pressefreiheit müssten die Anhänger der Grünen Bewegung andere Wege finden, um miteinander zu kommunizieren. Er fügte hinzu, er sei verblüfft über die hohe Arbeitslosigkeit und die starke Abhängigkeit des Landes von Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Er schloss mit den Worten, Iran sei ein kulturell sehr vielfältiges Land, in dem 70 Millionen kultivierte Iraner trotz unterschiedlicher Ideologien zusammen leben könnten.

- Jaras: Berichten zufolge hat Khamenei angeregt, dass sich religiöse Persönlichkeiten in Qom mit Ahmadinejad treffen sollen. Mit diesem Schritt soll Ahmadinejads Präsidentschaft in den Augen der Menschen legitimiert werden. Während einige Geistliche sich einverstanden erklärten, weigerten sich viele, diese direkt vom Obersten Führer stammende Anordnung zu befolgen. Einige gingen so weit zu sagen, dass es gottlos wäre, sich mit Ahmadinejad zu treffen.

- BBC: Mohammad Khatami, ehemaliger iranischer Präsident und ein ausgesprochener Unterstützer der Grünen Bewegung, wurde am Verlassen des Landes gehindert. Er wurde auf dem Weg zu einem Anti-Nuklearwaffen-Treffen in Japan an der Ausreise gehindert. Daraufhin schrieben die [ehemaligen] Ministerpräsidenten von Kanada und Schweden an Ahmadinejad und brachten ihre Kritik an der Situation zum Ausdruck. Der Ahmadinejad-treue Parlamentsabgeordnete Hamid Rasai berichtete, dass 150 Parlamentarier, darunter auch er selbst, Ahmadinejad gebeten hätten, Ausreiseverbote gegen Moussavi, Khatami und Karroubi – oder, wie er sie nannte, die “Führer der Krise” – zu erlassen.

- BBC: Die Malaysische Ölgesellschaft Petronas erklärt, dass sie ab März 2010 ihre Gaslieferungen an Iran eingestellt hat. Zwar gab die Gesellschaft keine Gründe an, doch es wird spekuliert, dass dieser Schritt erfolgte, um das Verhältnis zu den USA nicht zu gefährden.

- Jaras: Es wird berichtet, dass die Revolutionsgarden die Kontrolle über das Jahad-Gebäude in der Haupstraße nahe der wichtigen Teheraner Universitäten übernommen haben. Dieses Gebäude gehört eigentlich dem Landwirtschaftsministerium. Es wird jedoch vermutet, dass die Garden Interesse an diesem Gebäude haben, weil man die nahegelegene Universität von dort aus überwachen kann. Die Höhe des Gebäudes ermöglicht außerdem die Kontrolle und Überwachung aus der Höhe.

- Jaras: Der Leiter des Filmfestivals von Cannes hat Jafar Panahi zum Ehrengast des Festivals erklärt. Panahi, ein renommierter iranischer Filmregisseur, ist im Iran immer noch im Gefängnis.

- BBC: Der Gouverneur von Teheran hatte vor einiger Zeit in einem Interview gesagt, dass die großen Proteste unmittelbar nach den Wahlen von der Regierung genehmigt gewesen seien. In einem neuen Interview letzte Woche dementierte er, dass diese Genehmigung vorgelegen hatte.

- Radio Farda: Ahmadinejads Büro hat mitgeteilt, dass er letzte Woche einen weiteren Brief an Barack Obama geschrieben habe. In dem Brief soll er gesagt haben, dass die USA im Kampf gegen den Terrorismus vom Iran lernen müssten. Dies ist der zweite Brief Ahmadinejads, der keine Antwort erhalten hat.

- BBC: Karim Mohammad Beigi, der Vater des 27jährigen Mustafa Beigi, der bei den Ashura-Demonstrationen ums Leben kam, sagte, sein Sohn sei eines ungerechten Todes gestorben, und er habe bis heute keine Erklärung für seinen Tod erhalten. Er bittet Menschenrechtsgruppen, seine Botschaft weiterzuleiten und die Welt über diese Unterechtigkeiten zu informieren, damit der Tod seines Sohnes nicht umsonst war.

- Radio Farda: Am Mittwoch forderte die Organisation International Campaign for Human Rights in Iran eine sofortige Einstellung der Arbeit des im Evin-Gefängnis eingerichteten “Sondergerichts”. Dieses Gericht agiert außerhalb des Justizsystems, wo viele der Angeklagten keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand haben. Dieses Gericht zeigt das Ausmaß des Einflusses der Revolutionsgarden innerhalb des Justizsystems.

- BBC: Das American Institute of Research About Censorship (CRC) kündigte die Verbreitung eines speziellen Internet-Proxys namens Haystack an, das Nutzern in Iran ermöglicht, Internetfilter der Regierung zu umgehen und vollen Zugriff auf das Internet zu haben. (http://www.haystacknetwork.com).

Nachrichten aus den Universitäten
- Jaras: Universitätsprofessor Seyed Ali Asghar Beheshti Shirazi (der Cousin des Moussavi-Beraters Ali Beheshti) ist offiziell der Universität für Wissenschaft und Technologie verwiesen worden.

- Jaras: Eine Gruppe von Studenten der Allameh Tabatabai-Universität hat bei einem Besuch eines führenden Ahmadinejad-Beraters einen Protest veranstaltet. Sie sangen Lieder und skandierten Parolen.

Nachrichten von Verhafteten
- BBC: Der Journalist und Filmemacher Mohamad Nourizad ist zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und 50 Peitschenhieben verurteilt worden. Ihm wird vorgeworfen, sich gegen den Staat geäußert und Regierungsoffizielle beleidigt zu haben. Er war verhaftet worden, nachdem er eine Kritik des Obersten Führers auf seinem persönlichen Blog veröffentlicht hatte. Danach verbrachte er 4 Monate im Gefängnis, davon 70 Tage in Einzelhaft.

- Kalameh: Eine Gruppe politischer Gefangener im Evin-Gefängnis hat sich in einem Brief an den UN-Generalsekretär gewandt. Sie fordern ihn auf, sie während seiner Iran-Reise im Gefängnis zu besuchen. Um ihre Notlage wirklich verstehen zu können, solle er sie besuchen und private Gespräche mit ihnen führen.

- Saham News: Mehdi Karroubi hat heute die Familie von Ahmad Zeidabadi besucht. Zeidabadi war während der Unruhen verhaftet worden. Während des Treffens beschrieb die Familie Zeidabadis Zustand als sehr schlecht. Er teilt sich eine Gefängniszelle mit Mördern und Drogendealern. Nach 35 Tagen in Einzelhaft (von denen er 17 Tage im Hungerstreik verbrachte), wurde er zu sechs Jahren Gefängnis, fünf Jahren Exil in Gonabad und einem lebenslangen politischen Betätigungsverbot (schriftlich und mündlich) verurteilt. Moussavi und seine Frau besuchten Zeidabadis Familie ebenfalls, um ihre Unterstützung auszudrücken.

- Jaras: Ein Jaras-Reporter, der vor Kurzem aus dem Gefängnis freigelassen wurde, berichtet über eine große Anzahl von Gefangenen in Evin, die auf ihren Prozess warten oder völlig im Unklaren über ihre Situation sind. Die Liste mit diesen Namen wurde letzte Woche über SIC zur Verfügung gestellt.

- Rahana: Zwei Mitglieder des “Human Rights Committee” [Committee of Human Rights Reporters] sind letzte Woche nach Evin einbestellt worden. Die Inhaftierung zweier weiterer Aktivisten wurde unterdessen bestätigt, nachdem ihre Familien einen Monat lang immer wieder Nachfragen gestellt hatten.

- Rahana: Issa Saharkhiz wurde von den Vorwürfen der Veröffentlichung von Lügen und Propaganda gegen die Regierung freigesprochen.

- Green Voice: Der Studentische Aktivist Majid Tavakoli ist vom ersten Gericht verurteilt worden. Er durfte sich keinen Anwalt nehmen. Er wurde zu 8 Jahren Gefängnis, einem anschließenden fünfjährigen politischen Betätigungsverbot und einem fünfjährigen Reiseverbot verurteilt. Sein Anwalt versucht weiter, eine Situation zu erreichen, in der das Urteil überdacht wird und er Majid Tavakoli verteidigen kann.

- Green Voice: Heshmatollah Tabarzadi, politischer Aktivist und Chef eines Magazins, wurde im vergangenen Dezember verhaftet. Seinem Anwalt zufolge ist seine Situation beklagenswert. Vier Monate nach seiner Inhaftierung befindet er sich immer noch in Einzelhaft.

- Committee of Human Rights Reporters: Mohammad Ghaznavian, ein Frauen- und Kinderrechtsaktivist, der gegen eine hohe Kaution freigelassen worden war, ist nur neun Tage nach Zahlung der Kaution wieder ins Gefängnis zurückgebracht worden.

- Rahana: Der Chef der Wahlkampagne Mir Hossein Moussavis in der Stadt Babolsar, Yaser Yousefzadeh, ist vor mehr als einem Monat verhaftet worden. Berichten zufolge ist sein körperlicher und mentaler Zustand zur Zeit sehr schlecht.

Empfehlungen und Warnungen
Mohsen Sazegaras Videos
- Nach dem neuen vom Parlament verabschiedeten Gesetz dürfen die Expertenversammlung, der Expertenrat, der Wächterrat und der Hohe Nationale Sicherheitsrat unabhängig neue Gesetze verabschieden. Dieses neue Gesetz vereinfacht die direkte Umsetzung der Wünsche des Obersten Führers in Gesetzesform und beseitig letztlich den demokratischen Gesetzgebungsprozess.

- Sazegara wies auf die vier Widerstandstaktiken hin: 1. Die Unterdrücker bloßstellen, 2. Straßendemonstrationen, 3. Boykott von Veranstaltungen der Regierung und 4. Streiks.

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Deutsche Übersetzung: Julia

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2. Projekt “German Media for Iranians in Iran”
Unterstützung für Iraner in Iran, Druck auf das Regime
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IranSIC “Weekly Digest” 12. April 2010

12. April 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags


Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 195 – Montag, 12. April 2010/23. Farvardin 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Pläne für die Zukunft
- Verstärkung des gewaltlosen zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
- “Allah-o Akbar” in den Nächten
- Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
- Jeden Donnerstag: Präsenz auf den Straßen

Nachrichten
- Radio Farda: Wie die Nachrichtenagentur ILNA berichtet, wurde den Fabrikarbeitern in der Provinz Qazvin mitgeteilt, dass die meisten Fabriken im neuen (iranischen) Jahr geschlossen werden. Sie erhielten ihre letzte Lohnzahlung und die Mitteilung, dass sie nach den Neujahrsferien nicht wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren bräuchten. Berichten zufolge sind viele Fabriken und Fertigungsstätten in Iran infolge der Wirtschaftspolitik der Regierung Ahmadinejad bankrott und wurden geschlossen. Dadurch hat sich die Arbeitslosenzahl in Iran erhöht.

- Radio Farda: Der Teheraner Staatsanwalt Abbas Jaafari Dowlatabadi gab am Samstag bekannt, dass der Antrag auf Aufhebung des Veröffentlichungsverbots für bestimmte Zeitungen und Publikationen abgewiesen wurde. Insbesondere ist die reformorientierte Zeitung “Etemaad” davon betroffen.

- BBC: Mir Hossein Mousavi ist am Donnerstag, dem 8. April mit Mitgliedern der politischen Gruppierung “Organisation der Mojahedin der Islamischen Revolution” zusammengetroffen. Er erklärte, die gegenwärtigen politischen Probleme gingen weit über die Straßenproteste hinaus. Er erklärte, die Legitimität und die Glaubwürdigkeit des politischen Systems in Iran seien beschädigt, weshalb die Herrschenden gezwungen seien, Militär und Polizei einzusetzen.

- Deutsche Welle: Mitglieder iranischer Arbeiterorganisationen werden vermehrt Ziel von Sicherheitsvorkehrungen und wirtschaftlichem Druck. Gewerkschaftsmitglieder wurden von den Behörden vorgeladen und sind von Verhaftung und Suspendierung vom Arbeitsplatz bedroht. Die Akten von mindestens 7 Gewerkschaftsmitgliedern werden zur Zeit untersucht.

- Green Path: Zahra Rahnavard, die Ehefrau Mir Hossein Moussavis, hat in einem Statement erklärt, die derzeit inhaftierten Gefangenen unterteilten sich in 7 Kategorien. Es gebe anonyme Gefangene, weibliche Gefangene, politische Aktivisten und bekannte Persönlichkeiten, Anwälte und Menschenrechtsaktivisten, ethnische Gruppen und Minderheiten, Journalisten, Künstler und Medienschaffende sowie Personen, die sich in einer geiselähnlichen Situation befinden. Sie forderte die umgehende Freilassung aller dieser Gefangener.

- Kalameh: Ca. 150 Arbeiter einer Textilfabrik haben in der nordiranischen Stadt Ardebil für die Auszahlung ihrer ausstehenden Löhne protestiert.

Nachrichten von Gefangenen
- Radio Farda: Die Vereinigung zum Schutz aserbaidjanischer politischer Gefangener in Iran schreibt, dass mehrere bürgerliche Aktivisten und ein Journalist in der Stadt Ardebil sich seit 11 Tagen im Hungerstreik befinden. Berichten zufolge sei ihr körperlicher Zustand schlecht, ihre Familien seien in Sorge um ihr Wohlergehen. Unter diesen Gefangenen befinden sich Behrooz Alizadeh und Vedud Saadat (bürgerliche Aktivisten) und der Journalist Rahim Gholami.

- BBC: Mohsen Safaei Farahani vom Zentralrat der iranischen Reformpartei Iranische Partizipationsfront, der nach den Protesten des letzten Jahres verhaftet worden war, ist zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Anklage lautet auf “Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit, Propaganda gegen den Staat, Beleidigung der Obrigkeit und Störung der öffentlichen Meinung”. Ali Tajnia [Tajernia], ebenfalls Mitglied dieser Partei, ist unter ähnlichen Anklagen ebenfalls verurteilt worden. Sein Urteil wurde jedoch [von einem Berufungsgericht] von 6 Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben auf 1 Jahr Haft reduziert.

- Kalameh: Der Journalist Mehdi Mahmoudian, der im vergangenen Sommer verhaftet worden war, weil er die furchtbaren Bedingungen in der Haftanstalt Kahrizak ans Licht gebracht hatte, befindet sich zur Zeit im Evin-Gefängnis und leidet an einer schweren und unbehandelten Infektion. Am Telefon teilte er seiner Mutter mit, dass eine seiner Nieren infolge der Infektion zu versagen drohe. Sollte man weiterhin derart nachlässig mit seiner Gesundheit umgehen, werde er in Kürze in den Hungerstreik treten.

- Radio Farda: Mahdieh Golroo, studentische Aktivistin und Mitglied der Organisation zum Schutz des Rechts auf Bildung, ist zu mehr als 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Da sie keinen Zugang zu einem Anwalt hatte, verteidigte sie sich vor Gericht selbst. Sie war zusammen mit ihrem Ehemann im letzten Jahr nach einer Demonstration festgenommen worden. Sie war außerdem in Mehdi Karroubis Komitee für Bürgerliche Rechte aktiv.

- Radio Farda: Die Ehefrau des inhaftierten Menschenrechtsaktivisten und Journalisten Emadeddin Baghis berichtet, er werde seit zwei Monaten ohne irgendeine Art von Haftbescheinigung festgehalten. Er sei in einer kleinen Zelle ohne Ausstattung untergebracht, und seine Behandlung sei “reine Folter”.

- Radio Farda: Es wird berichtet, dass der Manager der Präsidentschaftskampagne Mir Hossein Moussavis in der Stadt Babolsar verhaftet wurde.

- Jaras: Berichten zufolge wurden der zum Tode verurteilte Amirreza (Peyman) Arefi und der Sekretär der General Front of Democratic Iran, Heshmatollah Tabarzadi, aus ihren Einzelzellen in eine öffentliche Abteilung des Evin-Gefängnisses verlegt.

- Rahana: Das Todesurteil gegen Ahmad Karimi, der der Kollaboration mit monarchistischen Gruppen angeklagt wurde, ist in eine 15jährige Haftstrafe umgewandelt worden.

- Radio Farda: Die internationale Baha’i-Gemeinschaft teilt mit, dass die dritte Verhandlungsrunde gegen sieben inhaftierte Baha’i-Führer in Iran für den 23. April in Teheran anberaumt wurde.

- Radio Farda: (Der iranische Filmregisseur) Jafar Panahi hat Berichten zufolge endlich Besuch von seiner Frau erhalten. Er hat Gewicht verloren und wurde in eine kleinere Zelle verlegt, in der er sich nicht wohl fühlt.

- Jaras: Die Kinderrechtsaktivistin Maryam Zia ist nach dreimonatiger Haft letzte Woche freigelassen worden. Sie hatte sich im Gefängnis ebenfalls selbst verteidigt und war in einen 13tägigen Hungerstreik getreten. Nach ihrer Freilassung wurde sie in ein Krankenhaus gebracht, weil sie sich sehr krank fühlte.

- Jaras: Der vor fast 6 Monaten verhaftete Journalist Seyed Massoud Lavasani ist gegen eine Kaution in Höhe von 500.000 Dollar freigelassen worden. In seiner nächsten Anhörung könnte sein Urteil von 8 auf 4 Jahre reduziert werden.

Empfehlungen und Warnungen
Mohsen Sazegaras Videos der letzten Woche
Halboffiziellen Berichten zufolge wurden seit den Unruhen 15.000 Menschen verhaftet, 5.000 davon befinden sich nach wie vor im Gefängnis. Sazegara erwähnte mehrere Unruhen in Fabriken im ganzen Land, darunter auch [Proteste der] Beschäftigten der Busbetriebe in Zagros gegen ausstehende Gehälter. Sicherheitskräfte [gingen gegen die Arbeiter vor und] schlugen sie.

Er wies auf die jüngsten Aufstände in Kirgistan hin, wo die Armee sich zurückgehalten und für keine Seite Partei ergriffen habe. Wenn die Armee in Iran ausgeschaltet werden könnte, würden die Ereignisse in Iran ebenfalls an Tempo gewinnen.

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1. Ergänzende Artikel in deutscher Übersetzung englischsprachiger Blogs, Artikel und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog – Ich suche noch Übersetzer Persisch-Deutsch und Englisch-Deutsch!

2. Projekt “German Media for Iranians in Iran”
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