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IranSIC “Weekly Digest” 10. Mai 2010

10. Mai 2010

Die wöchentlichen Zusammenfassungen der Newsletters in deutscher Sprache erscheinen jeweils Dienstags

Student Information Center (SIC)
Newsletter Nr. 205 – Montag, 10. Mai 2010/20. Ordibehesht 1389

Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Die Mitarbeiter des Student Information Center möchten allen Iranern und Kurden für die Hinrichtung der fünf kurdischen Gefangenen Anfang dieser Woche ihr Beileid aussprechen.

Plände für die Zukunft
– Verstärkung des zivilen Ungehorsams in der Gesellschaft
– Allah-o Akbar-Rufe in den Nächten
– Parolen auf Wände und Geldscheine schreiben
– Jeden Donnerstag Präsenz in den Straßen

Nachrichten
– BBC: Die Teheraner Staatsanwaltschaft hat am Sonntag Morgen die Hinrichtung von fünf politischen Aktivisten bekannt gegeben. Dem offiziellen Bericht zufolge wurden die Aktivisten wegen ihrer terroristischen Aktivitäten hingerichtet, u. a. wegen des Legens von Bomben in Regierungszentren. Die Namen der im Evin-Gefängnis Hingerichteten lauten: Farzad Kamangar, Ali Heidarian, Farhad Vakili, Mahdi Eslamyan und Shirin Elmhooli.
Wie berichtet wird, wurden die Familien dieser politischen Gefangenen nicht darüber informiert, dass die Hinrichtung stattfinden sollte. Es wird weithin angenommen, dass die Hinrichtungen zeitlich so gelegt wurden, dass sie mit dem bevorstehenden Jahrestag der Proteste nach der Wahl zusammenfallen.

– BBC: Der Anwalt der hingerichteten politischen Gefangenen Kamangar und Eslamian sagte BBC gegenüber, die Staatsanwaltschaft habe während der gerichtlichen Anhörung extrem viel Zeit für allgemeine Fragen an die Angeklagten aufgewendet, wie z. B. die Frage nach dem Namen etc. Als der Anwalt der Angeklagten darum bat, das Wort ergreifen zu dürfen, wies ihn der vorsitzende Richter an, alles aufzuschreiben, was er zu sagen habe, da es für ihn (den Richter) Zeit sei, sein „tägliches Gebet“ zu verrichten. Auf diese Weise wurde dem Anwalt zufolge verhindert, dass er genügend Zeit hatte, um zu dem Fall Stellung zu nehmen und seine Klienten zu verteidigen.

– Radio Zamaneh: Die Hinrichtung von vier Männern und einer Frau hat bei vielen Menschenrechtsorganisationen außerhalb Irans große Besorgnis ausgelöst. Die Hinrichtungen wurden aufs Schärfste verurteilt. Die Organisation International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) gab ein Statement heraus, in dem das iranische Regime verurteilt wird. Die plötzliche und unangekündigte Hinrichtung dieser fünf Menschen zeige, dass die Regierung ihre Gegner und die Bevölkerung terrorisieren wolle, heißt es in dem Statement.
[s. dazu auch „Fünf heimlich hingerichtet – 27 andere warten auf den Galgen]

– Radio France: Nach Bekanntwerden der Hinrichtungen gingen Hunderte Iraner aus Paris auf die Straße, um gegen die Hinrichtungen zu protestieren. Sie versammelten sich vor der iranischen Botschaft, wo sie Fensterscheiben einschlugen, bis die französische Polizei intervenierte.

– Deutsche Welle: Die Familien der Hingerichteten haben die Leichen noch nicht erhalten. Vielen von ihnen wurde mitgeteilt, sie sollten am Dienstag wiederkommen. Da einige der Hingerichteten Kurden waren, möchten ihre Familien sie in der Provinz Kurdistan beisetzen.

– BBC: Berichten zufolge haben am Morgen des Montag, 10. Mai Studenten der Shahid-Beheshti-Universität im Norden Teherans gegen die Anwesenheit Ahmadinejads auf ihrem Campus protestiert. Videos zeigen Szenen, in denen Sicherheitskräfte die Studenten auseinandertreiben. Bereits letzte Woche war es bei einem Besuch Ahmadinejads auf einem anderen Campus in Teheran zu Protesten gekommen.
[Bericht und Videos: Ahmadinejad kann’s nicht lassen….]
Ein weiteres Video, das von den Protesten an der Shahid Beheshti-Universität stammen soll:

Ähnliche Berichte sprechen von geplanten Sit-in-Protesten der Familien der Hingerichteten vor der Teheran-Universität. Die Sicherheitskräfte hatten das Gebiet jedoch abgeriegelt und das Sit-in dadurch verhindert. Ähnliche Proteste gab es in vielen Städten in ganz Iran; die Proteste wurden mit hohem Sicherheitsaufgebot beantwortet, die Atmosphäre in den betroffenen Städten war angespannt und von starker Polizeipräsenz geprägt.

In der irakischen Stadt Soleimaniyeh wurde ebenfalls ein Sit-in organisiert, das bis morgen Abend andauern wird.

– Kalameh: Mir Hossein Moussavi hat nach den jüngsten Hinrichtungen ein Statement veröffentlicht, in dem er die unfairen Gerichtsprozesse, die zu den Hinrichtungen führten, aufs Schärfste verurteilt. Er nutzte die Gelegenheit, um hervorzuheben, dass diejenigen, die im vergangenen Juni die Universitätswohnheime überfallen haben und die Verantwortlichen für die Gräuel im Kahrizak-Gefängnis noch immer auf freiem Fuß sind und nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine Übersetzung des Statements befindet sich hier

– Radio Farda: Zum zweiten Mal in kurzer Zeit haben sich Hunderte Menschen vor der iranischen Botschaft in Kabul versammelt und gegen die Behandlung afghanischer Flüchtlinge und Immigranten im Iran protestiert. Sie forderten das iranische Regime auf, die Hinrichtung von afghanischen Flüchtlingen einzustellen. Viele der Demonstranten waren Frauen.

– Jaras: Ein internes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Regierung Ahmadinejad die korrupteste Regierung ist, die es in der jüngeren Geschichte Irans gegeben hat. Auf der Korruptionsbewertungsskala erreicht Iran 27%.

Nachrichten von den Verhafteten
– BBC: Vor Kurzem wurden die Urteile gegen mehrere verhaftete Aktivisten bekanntgegeben. Unter den Betroffenen sind Abdollah Momeni, Feizollah Arabsorkhi, Haleh Sahabi und Mehdi Kalari.

Abdollah Momeni wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, Arabsorkhi (von der Organisation der Mojahedin der Islamischen Revolution) wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frauenrechtsaktivistin Haleh Sahabi wurde zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe (als Ersatz für die Auspeitschung) verurteilt. Mehdi Kalari, Student an der Sharif-Universität, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

– Radio Farda: Mehdi Karroubi hat der Familie des inhaftierten Journalisten Mohammad Davari einen Besuch abgestattet. Davari war vor mittlerweile 8 Monaten verhaftet worden, weil er im Rahmen seiner journalistischen Arbeit über die sexuellen Übergriffe in den Haftanstalten berichtet hatte. Er hatte Videoaufnahmen und Dokumente zu den Missbrauchsvorwürfen zusammengetragen.

Email: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Join the mailing list: http://groups.google.com/group/student-information-center/
Twitter: IranSIC
http://www.iransic.com/
Deutsche Übersetzung: Julia

****

Zusätze:

1. Ergänzende Artikel in deutscher Übersetzung englischsprachiger Blogs, Artikel und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog – Ich suche noch Übersetzer Persisch-Deutsch und Englisch-Deutsch!

2. Projekt „German Media for Iranians in Iran“
Unterstützung für Iraner in Iran, Druck auf das Regime
mehr erfahren
auf Facebook unterstützen
Ich suche dringend Übersetzer Deutsch-Englisch!

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