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IranSIC Newsletter 18. November 2009 – Deutsch

18. November 2009

Newsletter Nr. 131 vom 18. November 2009

Pläne für die Zukunft
– Proteste im „iranischen Stil“ an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stadt mit der Familie.
– Begleiten der Mütter der Opfer der grünen Bewegung im Laleh-Park, jeden Samstag nachmittag.
– Informationen über die Demonstrationen am 7. Dezember (16. Azar) zum Jahrestag des Studententages an privaten und öffentlichen Universitäten landesweit verbreiten; Einladung an Studenten und andere Personen
zu den Feierlichkeiten an den Universitäten.
‐ Teilnahme an der Veranstaltung zum Gedenken an Dariush und Parvaneh Forouhar*) am Sonntag, dem 22. November, 15-18 Uhr, Moradzadeh-Straße 18, Hedayat-Str., Teheran
*) zur Geschichte von Dariush und Parvaneh Forouhar: http://de.wikipedia.org/wiki/Dariush_Forouhar

Nachrichten
– Deutsche Welle: Der frühere iranische Präsident Mohammad Khatami ist in Teheran mit Universitätsstudenten zusammengetroffen und hat in einer Rede das Verhalten der Regierung heftig kritisiert. Er sagte: „Hunderttausende Menschen haben sich friedlich auf den Straßen versammelt. Sie waren nicht organisiert, und sie hatten ein einfaches Anliegen. Die Reaktionen des Regimes haben jedoch das Misstrauen anwachsen lassen.“ Er fügte hinzu, wenn die derzeitigen Bedingungen anhielten, hätten Wahlen in Zukunft keine Bedeutung, und niemand würde sich daran beteiligen. Um die gegenwärtige Krise müsse man sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens kümmern; sie reiche zurück auf die ursprünglichen Kriterien für eine islamische Republik, als wir Demokratie wollten und die Revolution sie uns versprach.

– Nowruz: Der iranische Polizeichef sagte zum Tod des verhafteten jungen Arztes Dr. Ramin Pouranarjani, er habe Selbstmord begangen. Dr. Pourandarjani war ein Zeuge für einen weiteren Fall von Folter und Misshandlung in Gefängnissen. Vor seinem Tod hatte seine Mutter den Vater eines anderen Häftlings kontaktiert. Weitere in diesen Fall verwickelte Offizielle wurden angewiesen, nicht über diesen Fall zu sprechen, um weiteren Druck zu vermeiden. Dr. Pourandarjani war Arzt in der Haftanstalt Kahrizak, die vor wenigen Monaten geschlossen wurde. Seinen Freunden zufolge hatte er ihnen in persönlichen Gesprächen offenbart, dass er anynome Drohungen erhielt, nachdem er über die von ihm bezeugten Ereignisse in Kahrizak berichtet hatte.

– Rooz Online: Nasrin Sotoudeh, die Anwältin des im vergangenen April verhafteten und zum Tode verurteilten Arash Rahmanipour, hat Einzelheiten über die Scheinprozesse gegen den 17jährigen bekanntgegeben. Wie sie berichtete, hat die Polizei auch Arashs schwangere Schwester verhaftet und ihm gesagt, dass sie dort bleiben würde, wenn er kein Geständnis ablegt. Zusätzlich zu der unmenschlichen und unmoralischen Behandlung von Arash und den Versuchen, ihn zu Geständnissen zu zwingen, hätten die Behörden auch damit gedroht, seinen Vater zu verhaften. Dies geschah unmittelbar nachdem sein Vater im Gefängnis vorgesprochen und juristische Dokumente vorgelegt hatte, denen zufolge sein Sohn kein Geständnis ablegen muss.

(der folgende Absatz fasst einen Bericht über Dr. Ramin Pourandarjani von Rooz Online zusammen. Der Wortlaut ist für mich nicht übersetzbar. Sollte ich eine überarbeitete Version erhalten, liefer ich die Übersetzung an dieser Stelle nach:
– Rooz Online: While the chief of police there „in the body of a testamentary doctor detention Bazaar“ and sent the news suggests the threat before he died, he also emphasized, a friend in an interview with Ramin Pvrandr Johnny „day „rejected any possibility of suicide, he said. He’s – mm refers Ramin night before his death that your friend was one in which extensive Referring to threats and concerns addressed, so that if he had written a special work in Tehran and Tabriz to have He tell him to do and adds: „Qadta that a person will commit suicide tomorrow such a promise to your friend does not.“ Another friend Ramin Ramin also meet incident and Chief Medical Commission, the Parliament is the last contact with him Ramin had told him.“According to Ramin, after his meeting with parliament Chairman Medical Commission, two security agents who led the dependent bits were introduced with the order to his appointment, during which Ramin want without fear of all its contents Bazaar in the report led them to tell. Ramin material for the two security guards to tell. “ He continues: „According to Ramin, of this meeting tomorrow threatening phone from unknown circles start to this, he finally summoned to court weeks. At the same level Ramin Saints Contact us were)

– Rooz Online: Nach der Hinrichtung der kurdischen politischen Aktivisten Ehsan Fatahyan steigt die Besorgnis, dass viele weitere kurdische Aktivisten ebenfalls hingerichtet werden könnten. Es wird berichtet, dass die Führung der Provinz Kurdistan in einem Brief den obersten Führer direkt gebeten haben soll, die Hinrichtung anderer politischer Gefangener zu erlassen.

– Deutsche Welle: Shirin Ebadi, die 2003 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hat die Islamische Republik für den auf sie und ihre Familie ausgeübten Druck kritisiert. Wie sie erklärte, seien ihre privaten Bankkonten gesperrt worden, ebenso wie die Alterspensionen ihrer Eltern. Ihr Mann werde an der Ausreise aus Iran gehindert. Weiterhin habe die Regierung ihren Nobelpreis eingezogen (? „recorded“ – nach meiner Information befindet sich die Nobelpreisurkunde in einem ihrer Schließfächer, die ebenfalls von der Regierung gesperrt wurden, d. Übers.).

Nachrichten von Verhafteten, Vermissten und Verstorbenen
– Nowrouz: Der frühere iranische Präsident und führende Reformer Khatami ist mit der kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Journalistin Hengameh Shahidi zusammengetroffen. Er besuchte sie und ihre Familie und drückte sein Mitgefühl für die während der fünfmonatigen Haft erlittenen Schwierigkeiten aus.

Nachrichten aus den Universitäten
– Wave of Freedom: Dem Parlamentarier und Ahmadinejad-Anhänger Hamid Rassaii ist bei seiner Rede an der Ghazvin-Universität mit starkem Protest und peinlichen Demütigungen konfrontiert worden. Die Studenten begrüßten ihn mit „Tod dem Diktator“ und „Lügner“. Wegen des heftigen Protests konnte er seine Rede nicht beenden. Ein kurzes Video der Demonstrationen (eingefügt vom Übers.):

– Wave of freedom: Kurdische Studenten der Teheran-Universität haben gegen die Hinrichtung des kurdischen politischen Aktivisten Ehsan Fatahian protestiert.

– Wave of freedom: Studenten der KhajeNasir-Universität in Teheran haben mit einem Hungerstreik gegen die andauernde Haft einiger ihrer Kommilitonen protestiert.

Analyse
Die reformorientierte Webseite Obour hat den führenden Reformer Hossein Marashi interviewt. Teile des Interviews sind hier wiedergegeben.
Zu Beginn erklärte Marashi, dass die Menschen in dem gegenwärtigen Klima sehr an Diskussionen über die Ereignisse interessiert seien und verstehen wollten, was vor sich geht. Sie möchten wissen, was Moussavi und Ahmadinejad denken. Leider sei es nicht einfach, diese Informationen über die Medien zu erhalten. Er sagte weiter, die Verantwortlichen für die nationalen Medien seien lediglich bezahlte Arbeitskräfte, die nicht nur keinen Einfluss auf das hätten, was sie sendeten (da die Anweisungen direkt von Ahmadinejad kommen), sondern in diesem Prozess auch ihre berufliche Integrität verloren und keine revolutionären oder demokratischen Neigungen hätten. Er kritisierte die aktuelle Situation und fügte hinzu, dass die Islamische Republik wegen einer Handvoll Leute in der Regierung in Gefahr sei, die an der Macht bleiben will, was auf die Kosten des iranischen Volkes gehe.
Veränderungen seien unausweichlich, doch müssten diese Veränderungen langsam und über einen langen Zeitraum hinweg erfolgen, um Schaden zu begrenzen. Die jetzige Situation könne weder innen- noch außenpolitisch oder wirtschaftlich anhalten. Wenn die gegenwärtige Führung keine Kompromisse eingehe, werde die Islamische Revolution aufhören zu existieren, wobei viele Reformer eigentlich die Islamische Revolution befürworten. Das Regime sollte seine jetzige Haltung ernsthaft überdenken. Er sagte weiter, viele Hunderte Reformer sollten freiwillig ins Gefängnis gehen, da ihre Haltung dieselbe sei wie die der bereits verhafteten.

Empfehlungen und Warnungen
Mohsen Sazegaras Videos vom Dienstag, 17. November 2009 und Mittwoch, 18. November 2009
Sazegara beantwortete die Frage, ob der Aufforderung an die Arbeiter, sich der grünen Bewegung anzuschließen, die marxistische Ansicht zu Grunde liege, dass die Bewegung sich ohne die Arbeiter nicht durchsetzen könnte. Sazegara sagte dazu, die Natur der grünen Bewegung liege im Erwachen der Menschen mit Wissen und Bewusstheit gegen Betrug, Korruption und eine lügende Regierung, die Dummheit und Unwissenheit bevorzugt. Darin liege die Kraft, die alle Iraner vereint, und sie könne nicht anhand von marxistischen Theorien analysiert werden.
Sazegara erwähnte die Demonstration kurdischer Studenten an der Teheran-Universität, mit der sie gegen die Hinrichtung des kurdischen politischen Aktivisten Ehsan Fatahian protestierten. Die Demonstranten hätten einige Parolen in kurdischer Sprache gerufen, was uns Stolz und Ehre einflößen sollte. Er erwähnte weiter, dass ein eintägiger Streik als Reaktion auf die jüngste Gewalt in Kurdistan erbeten wurde.

Email: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Join the mailing list: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC
Deutsche Übersetzung: Julia

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Zusätze:

1. Projekt „German Media for Iranians in Iran“
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. NEU: Sehr gute Videodokumentation über die ersten Tage nach der Präsidentschaftswahl, jetzt auch mit deutschen Untertiteln:

3. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

4. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

5. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

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