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SIC Newsletter 18. Oktober 2009 – Deutsch

18. Oktober 2009

Sonntag, 18. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
‐ Demonstrationen im „iranischen Stil“ mit der ganzen Familie, an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stadt
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban, die eigentlich zum Gedenken an die Geiselkrise im Iran stattfindet.

Nachrichten
– Radio Farda: Der reformorientierte Präsidentschaftskandidat und Hauptkritiker der Wahlergebnisse Mir Hossein Mousavi sagte, sollte das Regime sich dem Willen des Volkes nicht beugen, so würden die Demonstrationen weiter gehen. Mousavi besuchte in Begleitung seiner Ehefrau Zahra Rahnavard die Familie von Mohsen Aminzadeh, einem reformorientierten Aktivisten, der im Gefängnis sitzt. Er sagte, die jüngsten Ereignisse seien sehr wichtig, und das Volk verlange seine Rechte.

– Radio Zamaneh: Jondollah hat sich zu dem heutigen Selbstmordanschlag in der Provinz Sistan und Baluchistan bekannt, in dem einige hochrangige Mitglieder der Revolutionsgarden und dutzende von Zivilpersonen getötet wurden. Der Anschlag ereignete sich heute Morgen um 8 Uhr.

– Norooz: Der erste Teil des erweiterten Statements der iranischen Partizipationsfront zu den öffentlichen Einlassungen des Teheraner Generalstaatsanwalts während des 4. Massenprozesses gegen nach den Wahlen Verhaftete ist veröffentlicht worden. Wie Norooz berichtet, geht das vom Zentralkomitee der Partei in vier Abschnitten verfasste Statement auf vier zentrale Punkte der Äußerungen des Staatsanwalts ein. Der erste Abschnitt ist [auf Persisch dem Original-Newsletter] beigefügt, der Rest wird nach und nach weitergegeben.

– Norooz: Berichten zufolge sind die Studenten der Sharif-Universität zunehmendem Druck ausgesetzt. Das Disziplinarkomitee hat mindestens 6 Studenten einbestellt, 4 davon wurden für die Dauer eines Semesters vom Studium ausgeschlossen. Wie der Amir-Kabir-Newsletter berichtet, werden diese Studenten beschuldigt, sich an einer Demonstration gegen die Rede des Wissenschafts- und Technologieministers Kamran Daneshjoo am 7. Mehr (1. Oktober) beteiligt zu haben. Dem Beschluss des Disziplinarkomitees zufolge sind diese Studenten nicht nur für ein halbes Jahr vom Studium ausgeschlossen, sondern dürfen außerdem das Universitätsgelände nicht betreten. Dies ist allerdings ein Primärurteil, das wieder aufgehoben werden kann.

– Mowjcamp: Mir Hossein Mousavi und seine Ehefrau Zahra Rahnavard haben gestern Frau Asgharzadeh, die Ehefrau des Stellvertretenden Außenministers der Regierung Khatami, Mohsen Aminzadeh, zu Hause besucht. Wie bei http://www.kaleme.com/ berichtet wird, erinnerte sich Mousavi an die Geschichte seiner Bekanntschaft mit Aminzadeh: „Meine Bekanntschaft mit ihm reicht zurück bis in die frühen Tage der Revolution; er begleitete mich auf beinahe allen meinen wichtigen Auslandsreisen, und ich habe immer von seinen Ansichten profitiert.“ Er beschrieb Aminzadeh als umsichtigen, starken und hart arbeitenden Mann, dessen Haft für das Land und für die Regierung ein großer Verlust sei.
(s. zu diesem Thema auch den Bericht von zamaaneh auf Deutsch: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/mousavi-besucht-familie-des.html, d. Übers.)

Nachrichten von Verhafteten, Vermissten und Verstorbenen
– Radio Zamaneh: Der Vorsitzende der „Kampagne 88“ (Jugendorganisation der Anhänger von Mousavi und Khatami) Shahabaddin Tabatabaei sowie Hedayat Aghaei – führendes Mitglied der gemäßigten, reformnahen Partei Kargozaran-e Sazandegi („Aufbaupartei“) sind zu einer 5jährigen Haftstrafe auf Bewährung bzw. einer sofortigen 5jährigen Haftstrafe im Gefängnis verurteilt worden.

– Parliament News: Der Anwalt von Mohsen Safaei-Farahani teilt mit, dass sein Klient aus der Einzelhaft entlassen wurde. Weiter sagte er: „Die Handelskammer [in der Safaei-Farahani ein wichtiges Mitglied ist] hat unzählige Versuche unternommen, die Haft von Safaei-Farahani zu beenden. Es scheint allerdings, dass noch weitere Bemühungen seitens der Handelskammer erforderlich sind [bis er freigelassen wird]“

– ParliamentNews: Mehrere Familien von nach der Wahl verhafteten ehemaligen Parlamentsmitgliedern haben mit einem Brief an Parlamentssprecher Ali Larijani bei der parlamentarischen Kommission „Artikel 90“ eine Beschwerde gegen die Verantwortlichen für die Verletzung der Rechte von Häftlingen eingereicht. Die Kommission „Artikel 90“ ist verantwortlich für die Durchsetzung des Artikels 90 der Iranischen Verfassung und untersucht Beschwerden von Bürgern über Regierungsorganisationen. In der Beschwerde beriefen sich die Verfasser des Briefes auf verschiedene Artikel der iranischen Verfassung, darunter das Unschuldsprinzip, Verbot der Inhaftierung ohne vorliegenden Haftbefehl, das Recht auf einen [eigenen] Anwalt, Folterverbot und das Verbot der Missachtung legal Inhaftierter.

– Norouz: Maziar Bahari, der iranisch-kanadische Newsweek-Korrespondent im Iran, ist nach 118 Tagen Haft am Samstag aus dem Evin-Gefängnis entlassen worden. Wie JARAS mitteilt, gab die Generalstaatsanwaltschaft Teheran Baharis Freilassung am 17. Oktober bekannt, nachdem es wochenlang keine Freilassungen von nach den Wahlen Inhaftierten mehr gegeben hatte.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

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Zusätze:

1. Projekt „German Media for Iranians in Iran“
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

4. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

5. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

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