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SIC Newsletter 11. Oktober 2009 – Deutsch

11. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
– An Donnerstag Abenden: Demonstrationen im „iranischen Stil“ mit Familien in Parks und in der Stadt
– Vorbereitungen für den 4. November, umd die von der Regierung zum Gedenken an die Geiselkrise veranstaltete Demonstration zu übernehmen

Nachrichten
– HERANA: Herana zitiert eine Gruppe von Menschenrechtsaktivisten, die mitteilt, dass „Hamed Rouhinejad“ nach seiner Verhaftung während der Ereignisse nach der Wahl zum Tode verurteilt wurde und dass ihm Verbindungen mit einer monarchistischen Gruppierung vorgeworfen werden.

– BBC: Das US-Repräsentantenhaus hat Präsident Barack Obama aufgefordert, am 31. Januar über die Fortschritte im Dialog mit Iran zu berichten. Die Abgeordneten baten Obama außerdem, strengere Sanktionen gegen Iran zu verfolgen, sollten die Nukleargespräche scheitern.

– Radio Zamaneh: Der iranische Filmregisseur Mohsen Makhmalbaf hat seinen Preis beim Nürnberger Filmfestival für Menschenrechte dem Kandidaten der 10. Präsidentschaftswahl im Iran Mehdi Karroubi gewidmet, der sich nach dem Staatsstreich entschlossen gegen Ahmadinejad und die Putschregierung gestellt hat. Makhmalbaf gewann den Preis als Auszeichnung für sein Lebenswerk auf den Gebieten der Kunst und der Menschenrechte.

– Radio Zamaneh: Der Oberbefehlshaber der bewaffneten Streitkräfte Irans hat die Parole „Unabhängigkeit, Freiheit, Iranische Republik“ als Form des „Regime-Umsturzes“ bezeichnet. Wie die Nachrichtenagentur Fars News mitteilt, sagte General Firouzabadi in einer Rede am Samstag: „Die Demonstranten haben es nicht einmal verheimlicht. Am Quds-Tag haben sie endlich gesagt, was sie wollten, als sie „Unabhängigkeit, Freiheit, Iranische Republik“ riefen. Das Weglassen des Wortes „Islamisch“ bedeutet, dass sie einen Regime-Umsturz verfolgen.“

– BBC: Der Teheraner Polizeibefehlshaber General Aziz Allah Rajab Zadeh sagte: „Es sind Polizeikräfte unterschiedlicher Divisionen, wie z. B. Drogenbekämpfung und Kommunalpolizei, an allen Arten von Schulen präsent.“ Er fügte hinzu, die Polizei sei auch bereit, Unterricht zu übernehmen. (Anmerkung des Verfassers: dies ist vermutlich eine Warnung an die Studenten, ihre politischen Aktivitäten einzustellen).

– Radio Farda: Die Schauspielerin Fatemeh Motamed Arya und der Dokumentarfilmer Mojtaba Mirtahmasb wurden am Flughafen Teheran ohne Angabe von Gründen an der Ausreise in die USA gehindert. Der Vorsitzende des „House of Cinema“ im Iran, M. AsgarPour, hat die Behörden zur Klärung des Vorfalls aufgerufen. Frau Motamed Arya und Herr MirTahmaseb sollten an einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den Academy Awards am Donnerstag teilnehmen, wurden aber von Sicherheitskräften am Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran gestoppt.

– Deutsche Welle: Prof. Peyman Akhavan, Shadi Sadr, Monireh Baradaran und Vertreter der deutschen Partei „die Grünen“ und von Amnesty International haben bei dem dreistündigen Treffen der „Iranian Youth Association“ in Berlin Reden gehalten, an dem etwa 500 Menschen teilnahmen.

– Mowjcamp: Führende schiitische Geistliche zeigen sich besorgt über ihre schwächelnde Position in der Islamischen Republik. „Letzte Woche habe ich die Großayatollahs Makarem Shirazi, Safi Golpayegani, Vahid Khorasani, Sanei und Mousavi Ardabili besucht“, sagt Mohammad Ashrafi Esfahani vom Zentralkomitee des „House of Parties“. „Jeder von ihnen ist besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Iran, die [in ihren Augen] das Land in eine Richtung bewegen, in der die religiöse Führerschaft der Großayatollahs unter ihrer Anhängerschaft (Marjaiyyat) beträchtlich geschwächt wird. Wir müssen wissen, dass dies ein teuflisches Komplott des Imperialismus ist.“

– Mowjcamp: „Wir leben in einer Welt, in der sich alle darüber einig sind, dass Regierungen nicht mehr autoritär sein und dem Volk nicht aufgezwungen werden können, und nicht mehr das Recht haben, so zu regieren, dass die Menschen keine andere Wahl haben, als zu gehorchen“, sagte der frühere iranische Präsident Seyyed Muhammad Khatami bei einer Rede in der Provinz Yazd. „Andererseits gibt es einen Konsens, dass geeignete Regierungen solche sind, die aus dem Volk hervorgehen, dieses repräsentieren und somit dafür verantwortlich sind, die Rechte des Volkes zu erfüllen.“
(s. dazu auch Artikel von Radio Zamaneh in deutscher Übersetzung über die Rede Khatamis in Yazd: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/oppositionsfuhrer-der-widerstand-des.html)

Nachrichten von Gefangenen
– Radio Zamaneh: Ali Mahmoudi, Aktivist, Autor und Mitglied des Literarischen Forums der kleinen Stadt Marivan in der westlichen Provinz Kurdistan, ist verhaftet worden. Wie die Webseite „Veränderung für Freiheit“ (tagheer baraye azadi) mitteilt, verhafteten Geheimdienstmitarbeiter Ali Mahmoudi am 27. September mittags am Sarbaz-Platz.

Empfehlungen und Warnungen
Im neuesten Video von Mohsen Sazegara geht es um folgende Punkte:
– Es ist sehr wichtig, dass wir uns den wöchentlichen Treffen der Trauernden Mütter im Laleh-Park anschließen.
– Nachdem Präsident Barack Obama den Friedensnobelpreis erhalten und in diesem Zusammenhang andeutungsweise auf die Grüne Bewegung im Iran hingewiesen hat, fragen sich viele Intellektuelle, darunter auch der bekannte Kolumnist der Washington Post, warum der Preis nicht der Grünen Bewegung im Iran verliehen wurde, damit Präsident Obama sich in Bezug auf Iran nicht zu bedingungloser Diplomatie hätte verpflichten müssen.
– Der gestern von uns veröffentlichte Artikel über Streiks ist sehr wichtig. Ich empfehle jedem, ihn zu lesen. Es geht darin um die Organisation und Koordination von Streiks.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.
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Zusätze:

1. Projekt „German Media for Iranians in Iran“ – Unterstützung für Iraner im Iran, Druckmittel gegen das Regime
Mehr erfahren
bei Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.

Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

4. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Medien: Julias Blog

5. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

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