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SIC Newsletter 10. Oktober 2009 – Deutsch

11. Oktober 2009

Samstag, 10. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
– An Donnerstag Abenden: Demonstrationen im „iranischen Stil“ mit Familien in Parks und in der Stadt
– Informationen über die Demonstration am 4. November verbreiten

Nachrichten
-Radio Farda: In einem Interview mit amerikanischen Sendern hatte Ahmadinejad vor Kurzem behauptet, dass die von Mehdi Karroubi erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe durch keinerlei Beweise gestützt seien, sondern aus Verärgerung erfolgten. Der Sohn von Mehdi Karroubi hat auf diese Äußerungen reagiert und erklärt, sein Vater verfüge über die notwendigen Dokumentationen, um die Übergriffe zu beweisen, allerdings räumten die staatlichen Fernsehsender ihm keine Möglichkeit ein, diese auch zu zeigen.
Er fügte hinzu, er sei betrübt darüber, dass die Sender für die Prozessen gegen Verhaftete mehr Sendezeit bereitstellten als für Berichte über Missbrauchsvorwürfe.
(s. dazu auch Übersetzung des Briefes von Karroubis Sohn http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/brief-von-mohammad-karroubi-als.html)

– Washington Post: [wörtliches Zitat] „Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees ist insbesondere deshalb erstaunlich, weil eine Alternative so naheliegend war. In diesem Jahr sind Hunderttausende gewöhnlicher Menschen im Iran den grimmigen Angriffen der Staatsgewalt getrotzt, um ihre Stimme zurückzuverlangen und ihre Meinung frei äußern zu können. Dutzende wurden getötet, Tausende inhaftiert. Eine der Getöteten war eine junge Frau namens Neda Agha-Soltan; ihre Erschießung durch Schläger der Islamistischen Theokratie, die auf Video festgehalten wurde, hat die Welt bewegt. Mit einer posthumen Ehrung für Neda, die zur Galionsfigur der Demokratiebewegung im Iran wurde, wären die Opfer gewürdigt worden, die die Bewegung gebracht hat, und ihr Kampf hätte in einer dunklen Stunde neuen Mut bekommen.“

– Parliament News: Die Abschlussfeier des Iranischen Festivals Digitaler Medien ist abgesagt worden. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass ein prominenter Popsänger, der bei der Feier auftreten sollte, mitgeteilt hat, er würde nicht teilnehmen, wenn Ahmadinejad bei der Feier anwesend sei. Er fügte hinzu, er würde auch mitten im Auftritt die Bühne verlassen, wenn Ahmadinejad im Publikum sei. Mehreren Quellen zufolge soll es sich bei diesem Sänger Mohammad Esfahani handeln.

– BBC: General Aziz Allah Rajab Zadeh, der Befehlshaber der Teheraner Polizei, sagte: „Polizeikräfte verschiedener Divisionen, wie z. B. Drogenbekämpfungseinheiten und Kommunale Einheiten, sind in allen Schulen präsent.“ Er fügte hinzu, sie seien auch bereit, Unterricht für die Studenten zu übernehmen. (Anm. des Verfassers: hier handelt es sich vermutlich um eine Warnung an die Studenten, um ihren politischen Aktivitäten Einhalt zu gebieten).

– Radio Farda: Fatemeh Motamed Arya und Mojtaba Myrtahmaseb (zwei bekannte iranische Schauspieler) wurden am Flughafen Teheran ohne Angabe von Gründen an der Ausreise gehindert. Sie befanden sich auf dem Weg zu einer Filmkonferenz in den USA.

Nachrichten von Gefangenen
– Radio Farda: Die halbamtliche Nachrichtenagentur ISNA berichtet, dass die Teheraner Justizbehörden drei Demonstranten, die während der Unruhen nach der Wahl verhaftet worden waren, zum Tode verurteilt haben. Zwei von ihnen sind der Mitgliedschaft in einer Monarchistischen Gruppe angeklagt, der Dritte wegen seiner Mitgliedschaft in der als terroristische Vereinigung geltenden Organisation der Volksmujaheddin. Die Namen wurden nicht mitgeteilt, wie es heißt, kann gegen die Urteile Berufung eingelegt werden.

–BBC: Amnesty International hat in einem Statement die Aussetzung des Hinrichtungsurteils für Mohammad Reza Ali gefordert. Die Organisation brachte ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass diese Hinrichtung den Weg für weitere Personen ebnen könne, die nach den jüngsten Demonstrationen verhaftet wurden. Bernard Valero, Sprecher des französischen Außenministeriums, sagte, man sei von den Todesurteilen überrascht gewesen; derartige Entscheidungen unterminierten das iranische Regime.

Empfehlungen und Warnungen
Im neuesten Video von Mohsen Sazegara geht es um folgende Punkte:
Um politische Aktivitäten in kleinen unpolitischen Städten oder Schulen zu initiieren, müssten zunächst kleine Gruppen von 2 oder 3 Gleichgesinnten gebildet werden. Diese könnten Informationen sammeln und mit kleinen Aktionen beginnen, wie z. B. Parolen auf Wände schreiben und Flyer verteilen.

Bezüglich der Präsenz von Basijis in Universitäten sei es wichtig, ihre Macht zu marginalisieren, indem man Geschlossenheit zeigt, Gruppentreffen veranstaltet und Parolen ruft und die Basijis isoliert, um ihnen auf diese Weise zu zeiten, dass es an den Universitäten keinen Platz für sie gibt.

Es wird berichtet, dass eine Liste mit mehr als 100 politischen Aktivisten zwecks Verhaftung an Khamenei überreicht wurde. Er sei allerdings offenbar nicht einverstanden mit diesen Verhaftungen, da er es für besser hält, kleinere Gruppen nacheinander zu verhaften und wieder freizulassen. Auf diese Weise würde der Druck auf die Aktivisten kontinuierlich fortgesetzt werden, ohne dass die Bevölkerung darauf heftig reagiert.
Dies zeige, dass die Reaktion der Menschen auf Verhaftungen und ihre Proteste wichtig sind und von der Regierung gefürchtet werden.
Ein Flyer über gesellschaftliche Streiks ist dem Original-Newsletter beigefügt. Es wird empfohlen, diesen Flyer zu lesen und von Aktivisten verteilen zu lassen.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.
****
Zusätze:
1.Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.

Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

2. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

3. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Medien: Julias Blog

4. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

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